Neuseeland im Rückspiegel

Ich hatte gerade den Food Forest der Guytons verlassen und saß noch vor der Bibliothek in Riverton um das freie Wlan zu nutzen, als mich der Blitz traf und ich kurzerhand meinen Rückflug vom 22. Mai auf den 1. April vorverlegte. So wurden aus den eigentlich geplanten 4 ½ Monaten in Aotearoa nur 3. Aber wie mein kluger Tauchkumpel Marc mal gesagt hat: Man sollte Zeit nicht in Dauer messen, sondern in Erfahrung. Und davon gab’s hier reichlich…

Interessant finde ich rückblickend festzustellen, dass mein langfristiger Plan ziemlich genau so eingetreten ist wie ich ihn mir ursprünglich zurechtgelegt hatte. Und das obwohl ich meine kurzfristigen Pläne andauernd geändert habe und mich weitestgehend habe treiben lassen. Ich wollte im Januar zügig über die Nordinsel um mir einen Überblick zu verschaffen, dann im Norden der Südinsel ein Auto kaufen, den Großteil meiner Zeit im Süden verbringen und dann, wenn der Herbst kommt, wieder in den Norden fahren um dort den Spätsommer zu genießen. Am Ende kam alles ganz genau so.

Ich habe jetzt die große Runde über beide Inseln hinter mir: Von Auckland aus zum Cape Reinga, weiter nach Taupo, Napier und Wellington. Von hier mit dem Boot auf die Südinsel: Nelson, Golden Bay, West Coast, Arthur’s Pass, Christchurch, Fjordland, Catlins, Dunedin, Otago Halbinsel, Banks Halbinsel und wieder hoch nach Christchurch. Zum Schluss per Anhalter nach Picton, mit der Fähre zurück nach Wellington, weiter nach Mount Maunganui, Coromandel und am Ende wieder nach Auckland – mit einem Ausflug nach Waiheke Island am letzten Tag. Insgesamt sind das rund 6000 Km und unterwegs hab ich so einiges erlebt.

 

Der erste Morgen auf Mount Eden

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Tauchen vor den Poor Knights

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Ganz im Norden: Cape Reinga

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Sanddünen surfen am 90 Mile Beach

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Tongariro Alpine Crossing und Mount Doom

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Jazz in Napier

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Kein Wind in Wellington

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Traumstrand in der Golden Bay

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3 Wochen Wwoofing in Hokitika

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Geburtstags-Paddel-Tour auf dem Mahinapua Creek

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Gletscher-Tour in Franz Josef und Fox

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Sonnenuntergänge in Hokitika

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Grandiose Aussichten auf Mount Tuhua…

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…und im Craigieburn Skigebiet (Arthur’s Pass)

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Schöne Autofahrten quer durchs Land

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Bootstour im Milford Sound

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Wanderung zum Gertrude Saddle

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Wildlife-Watching in den Catlins

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Ein Wochenende im Food Forest

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Die Lost Gypsy Gallery in Papatowai

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Tagesausflug auf die Otago Peninsula

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Zwischenstopp in Oamaru

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Einmal um die Banks Peninsula / Akaroa

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Kreative Lückenfüller in Christchurch

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Spätsommer in der Bay of Plenty (Mount Maunganui)

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Fantastische Ausblicke im Norden der Coromandel

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Family-Connections in Tairua

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Pecha Kucha in Auckland

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Tagestrip nach Waiheke Island

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Der letzte Abend auf Mount Eden

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Natürlich verweigere ich mich dagegen, drei Monate auf diese paar Bilder zu reduzieren, aber die ausgewählten Fotos geben einen ganz guten Eindruck wie ich finde. All die persönlichen Begegnung die dazwischen stattgefunden haben, sind eh nur für mich interessant. Mit einigen Leuten bin ich bis zu drei Wochen lang zusammen gereist. Mit anderen eine Woche oder auch nur einen Tag. Ein Schiffsoffizier aus Lettland, eine Biologin aus Colorado, ein deutscher Rentner der in Schweden wohnt, eine Familie aus Hokitika, die mich später auch noch mit Verwandten in Tairua und Auckland vernetzen sollte… Ich habe ein halbes Dutzend Anhalter mitgenommen, die mehr oder weniger spannende Sachen zu erzählen hatten aber alle nett und freundlich waren. Ich habe in Waimate ein Wallaby gesehen und meine Kamera nicht dabei gehabt. Ich habe mit großem Vergnügen die scheinbar wichtigsten Filme in diesen drei Monaten im Kino gesehen („American Hustle“, „12 Years a Slave“, „Dallas Buyers Club“ und „The Wolf of Wall Street“) und frage mich heute, was Di Caprio eigentlich noch machen muss um einen Oscar zu bekommen… Ich hatte mein eigenes Auto, das inzwischen wieder einen neuen glücklichen Besitzer hat, habe viel gezeltet bzw. im Auto übernachtet. Ich war ganz im Norden, ganz im Süden, auf dem Wasser und unter Wasser und habe viel Inspiration sammeln und Neues lernen können.

Die Kiwis habe ich kennengelernt als sehr aktive, offenherzige, spontane, freundliche, bescheidene, naturverbundene, gastfreundliche, kreative, hart arbeitende aber dabei stets entspannt bleibende Menschen, die die richtigen Prioritäten setzen: Familie und Freizeit statt zu viel Hustle und Ärger für ein paar Tausender mehr im Jahr.

Die Bürokratie im Land ist dankbar gering. Mein Auto zu kaufen, anzumelden und zu versichern dauerte keine zwei Stunden. Abwickeln kann man die Formalitäten in jedem Postamt und per Telefon. Verkaufen war noch einfacher. Ich hatte Glück, dass ein Kumpel aus Christchurch meinen Wagen auf Anhieb interessant fand. Und als ich das Auto dann loswerden musste, war der Deal in 20 Minuten unter Dach und Fach.

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Tour! Ich liebe das Land und die meisten seiner Leute. Doch es bleiben Probleme bei der Preisfrage: Hier leben? Mein Work&Travel-Visum läuft ja noch bis Januar 2015. Warum eigentlich nicht? Aber ich muss da in Deutschland erst nochmal drüber nachdenken…

 

 

 

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