Tauchen auf Koh Tao

Nach den vielen guten Worten, die René über Koh Tao verloren hat, stand diese kleine Insel östlich des thailändischen Festlands für mich als Zwischenstopp schon von Anfang an fest. Mittlerweile hab ich mir aber abgewöhnt, irgendwelche Pläne zu machen. Es kommt eh immer alles anders. Und das gilt natürlich auch für Koh Tao. Zwar bin ich hier. Und ja, es ist verdammt entspannt und überaus lohnenswert. Aber zum einen werde ich am Schluss viel länger hier gewesen sein als gedacht und zum andern mache ich hier Sachen, die ich bei meiner Fahrt hierher überhaupt nicht auf dem Radar hatte. Ich dachte, ich fahre hier tagein tagaus mit dem Roller über die Insel, liege am Strand und koste die hiesige Partyszene aus. Stattdessen bin ich seit dem 19.12. offiziell Open Water Diver.

Und das kam so: Ich musste von Bankrut kommend eine Nacht in Chumphon verbringen, von wo aus die Fähre Richtung Koh Tao ablegt. Am Morgen der Überfahrt habe ich dann Derek kennengelernt, der bereits seit der Kindheit taucht und hier auf Koh Tao seinen Dive Master machen will. Also habe ich mich kurzerhand angeschlossen, weil die Sachen, die er über die Sunshine Tauchschule erzählt hatte, sehr verlockend klangen. Ich war noch keine 20 Minuten auf der Insel, da stand schon fest, dass noch am selben Tag der Kurs beginnen würde.

  1. Tag: Theorie
  2. Tag: Praxis im Pool
  3. Tag: 2 Tauchgänge bis 12 Meter Tiefe
  4. Tag: 2 Tauchgänge bis 18 Meter Tiefe

Die ersten beiden Tauchgänge gehen im Prinzip komplett dafür drauf, seinen Auftrieb in den Griff zu bekommen. Ich treibe auf und ab und muss mich auf so viele Dinge konzentrieren, dass ich die Welt da unten, die ich gerade zum ersten Mal derart zu Gesicht bekomme, gar nicht wirklich wahrnehme. Das wird aber schnell besser und am nächsten Tag kann ich meine Zeit unter Wasser schon fast ausnahmslos genießen. Wenn da nicht die Waden- und Fußkrämpfe wären und die Maske mal vernünftig schließen würde… Aber auch das bekomme ich irgendwann in den Griff. Und wenn dann der erste Schwarm Barrakudas über einem her schwimmt ist alles gut! Sehr gut!

Nach den Tauchgängen wartet dann noch ein schriftliches Examen, das aber mehr oder weniger geschenkt ist. Ein paar knifflige Sachen gibt es schon – und hey: Man muss wirklich viel dazu lernen um nicht irgendwelche Dummheiten zu machen da unten. Aber der Tauchlehrer weist sehr genau darauf hin, was im Test gefragt wird und wenn man sein Kurzzeitgedächtnis nicht auf dem Grund des Thailändischen Golfs verloren hat, bekommt das auch ein Einäugiger hin…

Alles in allem war die Erfahrung so großartig, dass ich mich sofort zu einem Fortgeschrittenenkurs angemeldet habe. Dieser beinhaltet 5 Tauchgänge: Navigation, Buoyancy Control (Tarierung), einen Nachttauchgang, einen Tieftauchgang auf 30 Meter und einen Tauchgang über Finden und Bergen von Gegenständen. Ganz schön cool. Vor allem, weil ich dann überall auf der Welt diesem Hobby frönen kann. Mal sehen was Neuseeland in diesem Punkt so zu bieten hat… Ich habe noch keine Ahnung.

Wie es weitergeht

Ich werde Koh Tao voraussichtlich am Montag mit der Nachtfähre wieder verlassen und Richtung Khao Sok Nationalpark aufbrechen. Das ist einer der weniger besuchten Orte zurzeit. Alles andere scheint aus allen Nähten zu platzen. Willkommen in der Hochsaison. Da ich nichts Großes von der technischen Infrastruktur dort erwarte, wünsche ich euch allen auf diesem Wege schon einmal ein paar schöne Weihnachtstage. Ich werde euch wissen lassen, wie es mir ergangen ist.

Checkt auch www.VIDEOPOSTKARTEN.wordpress.com für noch mehr Eindrücke von Koh Tao.

Beste Grüße

Der Mattes

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