Chill in Ayutthaya

So, hallo zusammen!

Chill and Travel:)

Chill and Travel Reloaded hat begonnen. Und um sofort einigen vor den Kopf zu stoßen (ich hör schon die Unkenrufe) eins direkt vorab: Ich mag Bangkok nicht. Zwar habe ich mit meinem Hostel in Si Lom – zugegeben: einem sehr schönen Hostel – eine gute Wahl getroffen was den Stadtteil angeht. Aber auch da war es mir schnell zu wuselig, eng und dreckig. Und die Luft erst…alter Verwalter: Der Chinese greift da auch gern mal zum Ausdruck „Hazardous“. Ich mach die Sache ja auch um mich zu erholen und nicht wie die Leute im Ruhrgebiet der 70er Jahre zu leben. Von daher war mir klar, dass ich gern einen Ausflug nach Ayutthaya machen würde, danach aber schnellstmöglich rausfahre aus dem Großraum Bangkok.

Von Bangkok nach Ayutthaya

Ayutthaya ist die ehemalige Hauptstadt des Landes und liegt ca. 75 Km nördlich von Bangkok. Der Weg dahin ist denkbar einfach: Man nehme in Bangkok den Skytrain bis zum Victory Monument und frage sich dort durch bis man den passenden Minibus gefunden hat. Minibusse sind keinesfalls nur für Touristen, sondern werden auch von den Einheimischen (besonders von Pendlern) genutzt. Auf diesem Wege entstehen Fahrgemeinschaften, was den Verkehr in Bangkok zumindest ein Bisschen entlasten soll. Und für Touristen bringt es den Vorteil mit sich, dass man praktisch kaum über’s Ohr gehauen werden kann und überteuerte Preise zahlt. Vor Fahrtbeginn sammelt der Fahrer einfach von jedem 60 Baht ein, egal ob Thai oder „Farang“ (böses Wort für Tourist). Das ist weiß Gott nicht immer so. Aber dazu später…

Kreisverkehr am Victory Monument, Bangkok

Die Fahrt nach Ayutthaya dauert vormittags ca. 1 Stunde und ist ausgesprochen belanglos. Die Vororte von Bangkok gehen in Industriegebiete über und diese wieder in Vororte von Ayutthaya. Das war’s. Du siehst immer nur Straßen, Brücken, Einkaufszentren und jede Menge Autos…Interessanter war da schon das frisch verliebte Pärchen, das mit mir im Minibus saß und mit dem ich schlussendlich den ganzen Tag verbringen sollte. ER hieß Geoff, 22 aus Bangkok. Und der andere ER hieß Vladimir, 35 aus Jerusalem. Die beiden hatten sich zwei Tage zuvor in Bangkok getroffen und sehr schnell sehr aneinander gewöhnt.

Beeindruckende Tempelanlagen

In Ayutthaya wurde im 14. Jahrhundert damit begonnen, gigantische Tempelanlagen, Paläste und Mausoleen zu errichten. Bis ins 18. Jahrhundert kamen immer neue Gebäude hinzu. Leider wurden die meisten davon bei den zahlreichen Angriffen der Birmanesen in Brand gesetzt und demoliert, um nicht zu sagen vollständig zerstört. Einige Bauten wurde restauriert, von einigen stehen nur noch die Ruinen. Das für die Thais schmerzhafteste Symbol der Vernichtung und des Hasses sind die abgeschlagenen Köpfe der Buddha Statuen. Der Kopf stellt im Buddhismus den höchsten Ort des menschlichen Körpers dar – physisch wie geistlich. Auch heute noch sollte man gläubigen Buddhisten unter keinen Umständen den Kopf tätscheln. Bei uns mag das niedlich sein. Hier ist es eine schwere Beleidigung.

Das Gebiet auf dem die alten Gemäuer stehen, ist frei zugänglich. Es ist ca. 2 Quadratkilometer groß und es bedarf einer entsprechenden Ausdauer, um bei brennender Sonne alles per pedes zurückzulegen. Da greift manch einer auch schonmal zu alternativen Verkehrsmitteln, wie zum Beispiel: dem Elefanten.

Elephant Taxi

Lediglich für die Hauptattraktion des Parks (dem Wat Phra Si Sanphet) wird man zur Kasse gebeten. Der Europäer darf 50 Baht zahlen, der Thai 10 Baht. Diese verdammten Rassisten!;-)

50 Baht oder 10 Baht?

IMG_7301 Kopie

Kopf ab. Gar nicht gut!

Same same...

Stupa

Nickerchen auf dem Elefanten

Lying Buddha

Smiling lying Buddha

Angezogener Buddha

Die Hunde wachen über die Tempel

Leckere Früchte an jeder Ecke

Nette Kirche!

Ist das Lotus? Ernst gemeinte Frage.

Ayutthaya Floating Market

Davon abgesehen, dass Geoff und Vladimir zwei wirklich lustige und nette Gesellen waren, war es für mich aus einem weiteren Grund von Vorteil, mit ihnen unterwegs gewesen zu sein: Sie hatten einen Plan was es zu sehen gab und ich nicht. Als wir die Tempelanlagen durch hatten, sind wir deshalb auf Anraten von Vladi noch zum Floating Market gefahren. Guess what: Ein Markt der schwimmt! Nein – doch – oh! Alles steht auf Stelzen oder treibt angekettet im Fluss. Überall gibt es den üblichen Ramsch zu kaufen aber natürlich ebenso omnipräsent: gutes Essen. Besondere Attraktion für klein und groß ist hier das Füttern von Kois. Du bekommst ein kleines Babyfläschchen und hältst es über das Becken. Was dann losbricht ist ein Taifun im Karpfenteich. Die Biester springen fast aus dem Becken, zappeln und hechten mit offenem Maul in Richtung Fläschchen. Beißt einer an ist die Saugkraft so stark, dass man besser gut zugepackt hat – sonst ist das Teil ruck zuck im Becken. Und immer schön auf die Finger Acht geben!

Kois füttern

Floating on the floating market

Floating Market Ayutthaya

Phat Thai

Floating Market again

Floating Market again

Elephant Taxi on break

Rush Hour Bangkok

Die Rückfahrt nach Bangkok dauert bei normaler Verkehrslage ca. 2 Stunden. Zumindest wenn „normal“ die Rush Hour meint. Dann passiert erst sehr lange gar nichts, dann beschleunigt der Fahrer ca. 75 Mal auf 80 Sachen um danach wieder eine Vollbremsung hinzulegen. Und dann ist man zurück in Bangkok – kurz davor, „den Jüüüürgen anzurufen“!

Ayutthaya (Are you tired?) Yes I am. Aber um über die bunten Straßen und die vielen Märkte in Si Lom zu spazieren reicht es noch. Ich finde aber immer noch keinen Gefallen daran… Also pack ich meine Sachen und breche auf nach Ban Krut. Kennt keiner? Sollte man ändern. Denn von da schreibe ich gerade. Und hier ist definitiv mehr chillen als traveln angesagt!

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