Krankenbesuch in Hongkong

Nach 13 Kapitel vom Land des Lächelns, Thailand wechselt mein Projekt: Chill und Travel in ein anderes Land. Also begleitet mich zu weiteren atemberaubenden Schauplätzen und Abenteuern. Willkommen in Hongkong.

Was ich gelernt habe ist, dass man tatsächlich bei Pferdewetten gewinnen kann, dafür aber ein Vermögen für Biere ausgibt und wie man, sein einziges warmes Kleidungsstück verliert.

Meine Hongkong-Woche hat sehr merkwürdig begonnen. Voller Vorfreude meinen lieblings Dennis, der für ein Semester dort studiert, zu besuchen erhielt ich zwei Tage vor meiner Abreise eine mail von ihm. Verfassungsort: Baptist Hospital Hongkong. Mein Freund Dennis, dem so schnell nix umhaut, lag mit einer bösen Mandelentzündung im Krankenhaus. Natürlich typisch. Da reise ich einmal um den halben Globus (für Krefelder Verhältnisse von Oppum nach Hüls) um ihn zu besuchen und er spielt krank. Okay kann man nix ändern. Also in diesem Sinne gute Besserung. Dennis lag in einem privaten Krankenhaus, dass sogar Eintrittsgeld für die Gäste verlangt. Das sah ich überhaupt nicht ein und schmuggelt mich durch die Kassenhäuschen. Und da lag er halt. Kreidebleich in einem Schal eingewickelt vor seinem Laptop. Trotzdem fand ich es sehr schön Dennis wiederzusehen und wir quatschten über die Ereignisse der vergangenen Monate.

Wo aber finde ich potentielle Freunde, die mich Tourist, mal ein wenig rumführen? Internet rein, Studivz.net und Couchsurfing.com auf und mir die sympatischsten Mädchen rausgesucht, die in diversen Hongkong Gruppen drin waren. 16 Menschen angeschrieben, vier Antworten, davon zwei Absagen, da sie wieder in Deutschland sind und zwei Zusagen die ich zwei Wochen später erhalten haben. Insgesamt ein Viertel hat mir zumindest zurück geschrieben. Bin dennoch über die mangelnde Resonanz erstaunt. Es ist wohl optimierungsbedarf auf meinen Profilen nötig. Mit einem dreckigen Backpacker würde ich mich auch nicht sehen lassen 🙂

Zwischenzeitlich hat sich auch Dennis um Freunde für mich gekümmert. Lars, ein deutscher Student, erklärte sich bereit mir an meinem Ankunftstag, Hongkong bei Nacht zu zeigen. Treffpunkt eine etwas eigenwillige Ecke. Eine beliebte Ecke für Drogendealer und kleinen Indern die mir versucht haben gefälschte Uhren anzudrehen. Einige Meter weiter. Frauen die ihre Dienste anboten. Irgendwie merkte ich keinen Unterschied zu Thailand.

Sonst ist Hongkong eine gigantische und aufregende Stadt. Hier ist alles geordnet. Die Menschenmassen warteten bei roten Ampeln. Die Einwohner sind sehr freundlich und respektvoll zueinander. So bilden sie selbst eine Wartereihe an der Bushaltestelle. Wenn diese Warteschlange an die nächste Kreuzung stößt macht die nächst, wartende Person automatisch eine 90° Drehung und die nächste Person stellt sich hinten an. Um Platz zu sparen folgt, in einem Gewissen Abstand, eine weitere 90 ° Drehung und bildet das Ende der Wartschlange. Die Warteschlange ähnelt der Anordnung der Absperrbänder in diversen Freizeitparks. Die Stadtbewohner machen dies, wie selbstverständlich. Auch in den U-Bahnhaltestellen herrscht, bei einem Massenandrang auf die Bahn, eine gewisse Ordnung. Wenn man nicht rein kommt. Wird auf die nächste gewartet. Ohne zu drängeln ohne zu murren.

Mit Lars und seiner Clique verbrachte ich gemeinsam viele lustige Stunde mit intensivem Alkoholkonsum in diversen, angesagten Bars. So kam es auch mal vor, dass ich 9 Euro für ein Bier bezahlt habe. Danach stieg ich wieder auf Supermarktbier um.

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