Leben im Paradies – Achtung Malaria!

Party, Motorradfahren und Chill-Out auf der Insel Koh Tao – Ich habe mein Paradies auf Erden gefunden. Dieses Fläckchen besitzt die ideale Symbiose aus Party und Chill-Out Möglichkeiten. Genau das richtige für mich. Mit sieben Nächten, war dieser Ort der einzige Ort in Asien an dem ich die längste Zeit blieb.

Auf meiner Reise habe ich Traveller getroffen, die einen konkreten Zeitplan hatten und ihren drei wöchigen Jahresurlaub schon letztes Jahr durch organisiert hatten. Prinzipiell eine feine Sache. Ich selber bin ein Befürworter von gut ausgeklügelten Planungen. Doch wenn man, wie ein Verrückter, von einer Sehenswürdigkeit zur anderen rennt oder alle zwei Tage unbedingt auf einer weiteren Insel sein muss, da es der Zeitplan so vorgibt, das gefällt mir nicht. Die Eindrücke sind prägender, wenn man einfach relaxt den Augenblick genießt als überall durchrennt.

Wenn mir ein Plätzchen gefällt so möchte ich auch die Möglichkeit haben, dort länger zu verweilen. Und genau dies ist mir auf Koh Tao widerfahren. Ich konnte mir nicht vorstellen diese Insel jemals  wieder verlassen zu wollen.

Nach zwei Nächte in Bangkok gings mit Chirs (einem deutschen, der sein dreiwöchigen Jahresurlaub hier in Thailand auslebt) per Nachtbus nach Koh Tao. Falsch. Es ging zu dem Ort, an dem der Katamaran auf die Insel übersetzten sollte. Angeblich wegen einem zu hohen Wellengang konnte die Fähre nicht absetzen. Aber als zehn Stunden später ein weiterer Touristen-Bus kam, konnte die Fähre  sofort starten. Von wegen zu hohe Wellen. Grund für die Verzögerung waren Ökonomische Argumente und wir waren die Opfer dieser gewinnoptimierenden Maßnahme. Ganz simple Bierdeckelrechnung: Eine Fahrt mit einem vollen Boot kostet wegen verschiedenen Variablen Kosten mehr, als zwei Trips mit einem halbgefüllten Boot.

Während der Wartezeit habe ich mir einen Kokosnusssaft erarbeitet: Neben dem Pier reiten sich einige Palme am Strand entlang. Die nächst liegende Palme viel dann mir zum Opfer. Mit einem abgebrochenen, braunen Bambusstabt haute ich gezielt eine Kokosnuss nach der anderen hinunter. Durch geschicktes Schütteln sollte der innere Saft dieser erkannt werden. Irgendwie hörte ich bei keiner meiner vier Nüsse etwas. Schlechtes Zeichen. Dennoch nahm ich eine mit zu zwei französischen Backpackern, die mir gezeigt haben, wie man diese Nuss öffnet. Mit einem großen Küchenmesser wurde dann die Kokosnuss bis zu ihrem Kern bearbeitet. Im Kern war dann eine ziemlich kühler, klarer Kokosnusssaft. Sehr lecker-erfrischend.

Angekommen auf der Insel teilte ich mir mit Chris einen Bungalow. Jedoch war mit ihm nix am ersten Tag anzufangen. Schon auf der gesamten Reise fühlte er sich schlapp und kränklich. Er argumentierte mit dem Schlafentzug im Nachtzug und der Partynacht zuvor. Okay total verständlich. Am nächsten Morgen jedoch schilderte er seinen Gemütszustand. Mehrere Fieberschübe und den dazugehörigen Schweißausbrüche bescherten ihm eine unangenehme Nacht. Klare Symptome für „Malaria tropica“. Im tropischen Süden des Landes ist die Gefahr wenig hoch diese tödliche Krankheit zu bekommen. Doch er war, genau wie ich, vorher im Malaria-gefährdeten Norden des Landes unterwegs. Das Malaria-Virus wird hauptsächlich durch Blut bzw. durch Moskitostiche übertragen.
Unglücklich nur, dass wir beide in dieser Nacht wirklich von diesen Drecksviehchern aufgefressen wurden. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Moskito erst Chris und dann mich stach. Falls es wirklich bei ihm Malaria-Symptome sind, würde ich auch bald diese Art von Fieberschübe bekomme. Erste Symptome treten meistens nach einer Woche auf. Dies könnte im Falle von Chris tatsächlich hinhauen.

Mit dieser Erkenntnis starten wir unseren Tag: Ich war noch was gerädert von gestrigen Ausflug mit zwei Engländern und einem Deutschen durch diverse Bars und einer richtig geilen Strandparty. Chris und ich beschlossen uns die Insel auf zwei motorisierten Rädern zu erkunden. Ich nahm einen Roller mit Geländerädern. Chirs nahm sich das höher motorisierte Cross-Motorrad. Vor allem die Profil-Reifen waren auf diesen Straßen sehr nützlich. Über Kies, Sand, Steine, Matsch und Straßen mit vielen tiefen Rillen ging unsere Tour. An viele Stellen kam mein Roller einfach nicht weiter.  Bissel neidisch betrachte ich die Einfachheit mit dem Chris auf seinem Motorrad dort durchkam. Ich will auch Motorradfahren können! Später lernte ich von ihm die entsprechende Hand- und Fußgriffe. Und ich muss zugeben, ich lernte ziemlich schnell und ging dann auch über Stock und Steine mit dieser Maschine ab. Man war das geil!!!! Ich kann‘s kaum erwarten mir demnächst ein Motorrad auszuleihen!!! Für Australien muss ich mir unbedingt noch einen Motorradführerschein organisieren.

Am Abend gingen wir gemeinsam in eine Transvestitenshow. Dort waren einige Juwelen von Ladyboys zu finden. Wegen ihrer Hormonpreperaten und Operationen konnte man nur schwer den Unterschied zu normalen Frauen feststellen (siehe Bild). Dort lernte wir ein englische Päarchen kennen und kippten uns später am Strand etlichen Gin-Tonic-Drinks hinter die Birne. Ich bin und war nie ein Gin-Tonic-Fan. Den Umständen entsprechend, redete ich mir ein, ein überproportional hoher Gin-Tonic-Genuss wäre ratsam. Vor allem wegen dem Tonic-Water. Tonic-Water ist ein chininhaltiges Erfrischungsgetränk. Chinin wird in der Medizin zur Behandlung von Malaria-Patienten genutzt. Das Chinin hat vorbeugende und heilende Wirkungen gegen Malaria. Diese Erkenntnis hatten auch die Seefahrer des 18./19. Jahrhunderts in der asiatischen Region, und tranken permanent das Zeug. Der bittere Geschmack des Tonic-Waters ist schon gewöhnungsbedürftig. Um den Geschmack und die Wirkung aufzupeppen, half ein Schuss Gin. Gin-Tonic hatte dann nicht nur einen vorbeugenden Effekt gegen Malaria, sonder belebte auch die allgemeine Stimmung der Seefahrer.

So kippten Chris und ich einen Drink nach dem anderen in uns rein um uns erstens selber abzulenken und zweitens den blöden Malaria-Virus zu bekämpfen. Prost!!!!

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