Aus dem Dschungel in den Dschungel

Am nächsten Morgen in Phu Chi Fa haben wir uns durch den Busch gekämpft. Die Wortwahl „gekämpft“ dient nicht zur Übertreibung, sonder als passendes Verb für mein Erlebnis.

Wie wir zwei Verrückten so drauf sind, suchten wir nicht den typischen Pfad zum Aussichtpunkt des 1600 m hohen Berges, wir suchten den spannesten. Gesagt getan und wir folgten einen verwilderten Trampelpfad. Zunächst war der Pfad noch gut sichtbar und ich musste nur vereinzelt Gestrüpp zur Seite drücken um weiter zu gehen. Das Geröll auf dem  Weg hinderte uns dann auch nicht, weiter nach oben zu laufen. Zunehmend wurde das Grünzeug höher, dichter und entsprechend nerviger. Nichts desto trotz schlugen wir uns ganz gut und erreichten eine niedrigere gelegene Aussichtsplattform. Toll und schön aber es sollte weiter gehen. In der Ferne, auf dem höher liegenden Bergabschnitt erkannten wir einige Wanderer. Dort wollen wir hin – los geht’s – doch wo ist der Pfad? Mittlerweile sind die Sträucher und Büsche so dicht, dass der Pfad nicht mehr sichtbar ist. Die Gegend ist so verwildert, dass es unmöglich war seinen eigenen Schuh zu erkenne. Doch hey – zurück wollten wir auch nicht, da wir ja fast die Hälfte geschafft hatten.

Also ab durch den Busch! So kämpften wir uns in Indianer Jones Manier querfeldein. Flo und ich wechselten uns mit dem Vormarsch ab. Die zwei Meter hohen Pflanzen musste zur Durchquerung umgeknickt und umgetrampelt werden. Zur Vegetation gehörten Sträucher mit dicken, hölzernen Ästen. Pflanzen die Schilf ähnelten und Schnittwunden an Beinen und Armen hinterließen. Seltene aber ätzende Dornen-Büsche stellten sich uns, bei den schwierigen Passagen, in den Weg. Immer dann, wenn ein größere Fels-Vorsprung überwunden werden musste. Auf dem ganzen Weg konnte ich den Boden nie erkennen. Dies war sehr beunruhigend, da zu einer hohen Wahrscheinlichkeit Spinnen, Schlangen und andere Krabeltiere im Unterholz darauf warteten uns aufzufressen. Dies und die Motivation vor der Abenddämmerung zurück zu kehren trieben uns an. Mit kleineren Wehwehchen erklommen wir schließlich die letzten Meter. Nach dieser zweistündigen Wildniserfahrung landeten wir auf einem gut erkennbaren Trampelpfad. Dieser führte uns zum wunderschönen und einzigartigen Aussichtspunkt von Phu Chi Fa.

Zurück hinunter, bevorzugten wir den asphaltierten Weg.

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